Diplomarbeiten laufend (Betreuer: Kurt Appel)

Gfrerrer Michael

Wahrnehmung von Verletzbarkeit im gesellschaftsplitischen Kontext - Eine Lektüre ausgewählter Schriften Judith Butlers unter den zwei Gesichtspunkten Verletzbarkeit/ vulnerability und Wahrnehmung/ apprehension

In den ethisch-politischen Schriften Precarious Life und Frames of War übernimmt der Begriff der Vulnerabilität eine zentrale kritische Funktion. Diese soll unter besonderer Berücksichtigung der Kategorie der Wahrnehmung beleuchtet werden. Ziel ist es, ein analytisches Werkzeug vorzubereiten, mit dem der Einsatz von Vulnerabilität in gegenwärtigen politischen Diskursen besser verstanden und ein gewaltbefördernder Umgang mit dieser Kategorie offengelegt und kritisiert werden kann. Im Vordergrund steht eine genaue Lektüre ausgewählter Texte Butlers. Eine besondere Berücksichtigung soll der Begriff der apprehension erfahren, verschieden übersetzt durch „Wahrnehmung, Verständnis, Einsicht“. Die Hypothese ist, dass dieser Begriff für ein Verständnis von Butlers Kritik ebenso zentral ist wie der Begriff der Vulnerabilität selbst.

 

 


Klucka Michal

Gottesfrage bei Slavoj Žižek

Die Diplomarbeit "Die Gottesfrage bei Slavoj Žižek" soll anhand der drei religionsphilosophisch orientierten Werke Slavoj Žižeks Möglichkeiten des Lernens für die Theologie offenlegen. Ziel der Arbeit ist es, für dieses Lernen wichtige und in der Theologie vernachlässigte Motive bei Žižek freizulegen. Dazu gehört das Motiv der Fragilität des Absoluten, welches für die im Zuge der Theologiewerdung verlorengegangene Leidempfindlichkeit der Theologie, die Theologie sensibilisieren kann.


Koriat Viola

Die schöne Seele - Mit Fokus auf Friedrich Schillers Schrift "Über Anmut und Würde" und deren Einbettung in die dem deutschen Idealismus entstammende Philosophie


Neuwirth Josef

One World. Konstruktion von Universalgeschichte bei Th. W. Adorno mit Bezug auf O. Spengler

In der Formel "... einer auf das Ganze sich erstreckenden, in sich einheitlichen und dabei doch in bestimmten Momenten artikulierten Geschichte" des US-Präsidentschaftskandidaten (1940) Wendell L. Willkie sieht Th. W. Adorno die wesentlichen Elemente seiner Geschichtsphilosophie fokussiert, die unter Miteinbeziehung von K. Marx, G. Lukacs und W. Benjamin eine Auseinandersetzung mit G.W.F. Hegels Schriften zur Philosophie der Geschichte ist. Welche Bedeutung kommt nun den 15 Hinweisen auf den überwiegend heftig kritisierten O. Spengler in der Vorlesung "Zur Lehre von der Geschichte und von der Freiheit" und den beiden in der "Negativen Dialektik" zu? Obwohl vier universalgeschichtliche Positionen und somit sehr unterschiedliche Aspekte aufeinandertreffen, soll der Schwerpunkt auf dem Verhältnis des Ganzen zu den Momenten, vom Allgemeinen zum Einzelnen liegen.


Rosdolsky Diana

Der Blick in Auschwitz. Eine Interpretation anhand der Philosophien Sartres und Lacans

Die Masterarbeit "Der Blick in Auschwitz. Eine Interpretation anhand der Philosophien Lacans und Sartres" nimmt sich vor, anhand des "Blicks" die Zerstörung jedes intersubjektiven Austausches in Auschwitz zu erörtern. Mit Sartre sollen die Schriften Samuel Gradowskis, einer der Verfasser der "Auschwitz Scrolls" interpretiert werden, mit Lacan die Interviews mit den SS-Angehörigen Jürgen Stroop und Franz Stangl.


Schäffner Marian

Die Logik des Lebendigen. Eine Auseinandersetzung mit Leben und Lebendigem in Hegels Wissenschaft der Logik


Schlögl Philipp

Die Quadratur der Triologie. Lars von Triers 'Depression Trilogy' im Kontext postapokalyptischen Denkens

 

 


Schmitt Sebastian Matthias

Schellings "Philosophie der Offenbarung"


Wawra Benedikt

Versuch über das unbedingt Gebotene. Moralbegründung mit Kant und Lévinas

In der Arbeit wird der Versuch unternommen Lévinas als Gesprächspartner Kants fruchtbar zu machen und in Hinblick auf die Frage nach dem unbedingt Gebotenen Gemeinsamkeiten wie Bruchlinien der beiden Denker auszumachen. Beide denken die Ethik im Ausgang von einer Beziehung zu einer Freiheit, einem Nicht-Objekthaften, das sich als absoluter Wert mitteilt, doch während Kant das Gewicht auf die von Objekten gereinigte allgemeine Gesetzes Form legt, die Vernunftwesen eignet, denkt Lévinas das Unbedingte kath’auto ausgehend vom absoluten Bedeuten des Anderen in seiner wesentlich leiblichen Singularität und Nacktheit.

 

 


Weingartshofer Marian

dx statt Nicht-A. Eine Untersuchung zu Deleuzes Hegel-Kritik in Differenz und Wiederholung

In meiner Arbeit soll das Verhältnis der deleuzeschen Philosophie der Differenz zu Hegels philosophischem Entwurf untersucht werden. Aufgrund der im Rahmen einer Masterarbeit nötigen Beschränkung kann zunächst nur eine Darstellung und Kontextualisierung von Deleuzes eigener kritischer Hegel-Lektüre erfolgen, wie er sie in seinem Frühwerk, vor der Zusammenarbeit mit Félix Guattari, formuliert. Dabei steht einerseits der Begriff der Immanenz und der Univozität des Seins, andererseits der Versuch, Differenz außerhalb des Paradigmas von Identität, Negation und Widerspruch zu denken, im Mittelpunkt. Darüber hinaus soll es auch um die Frage gehen, vor dem Hintergrund welcher Hegel-Lektüren (Wahl, Kojève, Hyppolite) und welcher philosophischen Situation Deleuze sein eigenes Denken entwickelte.


Westreicher Johannes

Unendliche Zeit des Begehrens. Eine Untersuchung der Dia-Chronie in der Philosophie von Levinas

Der Tod erweist sich nicht als die Möglichkeit der Unmöglichkeit, sondern gerade diametral dazu als die Unmöglichkeit der Möglichkeit. In Anbetracht des Todes erfährt sich das Subjekt als absolut passiv. Als jener nicht zu beschreitender Horizont ist der Tod aber nicht gleich der Vernichtung allen Sinns, sondern eröffnet dem Geist die Dimension eines Unverfügbaren (der Andere, das Absolute).

Levinas beginnt an dem Scheitelpunkt der Innerlichkeit des sich setzenden Subjektes und dieser Erfahrung des Ausgesetztseins, die von der widerfahrenen Begegnung mit einer Exteriorität gekennzeichnet ist, die ethische Beziehung zum anderen Menschen zu entfalten.